Die Strassen-Weltmeisterschaft (UCI Road World Championships) stellt einen Höhepunkt jeder Radsportsaison dar. Sie wurde 1927 erstmals (auf dem Nürburgring) sowohl in einem Rennen für Amateure als auch in einem Rennen für Profis ausgetragen. Alfredo Binder, fünfmaliger Giro de Italia Sieger, gewann damals seine erste von drei Profiweltmeisterschaften.
Zwischen 1921 und 1926 veranstaltete der Radsportweltverband UCI ein rein für Amateure ausgeschriebenes Rennen, das heute vielfach als Vorstufe zur WM angesehen wird. Es nahmen daran allerdings nur wenige Fahrer aus einer Hand voll Nationen teil.
1958 wurde zum ersten Mal eine Strassen-Weltmeisterschaft der Frauen ausgetragen. Als zweite Disziplin zum Strassenrennen kam 1994 das Einzelzeitfahren (sowohl für Männer als auch für Freien) hinzu. Ab 1996 wurde die Trennung von Amateuren und Profis aufgehoben und bei den Männern Strassenrennen und Einzelzeitfahren für Fahrer mit einem Alter von unter 23 Jahren (U23) eingeführt.
Bis 2011 fanden also folgende 6 Disziplinen statt:
Männer: Einzelzeitfahren U23, Einzelzeitfahren Elite, Strassenrennen
U23 und Strassenrennen Elite
Frauen: Einzelzeitfahren, Strassenrennen
Ab 2012 wird zusätzlich sowohl bei den Männern als auch bei den
Frauen ein Mannschaftszeitfahren durchgeführt.
Seit 2011 werden innerhalb der Veranstaltung auch noch die Wettbewerbe der Junioren und Juniorinnen (jeweils Strasse und Einzelzeitfahren) veranstaltet.
Anders als bei den grossen Etappenrennen und den Eintagesklassikern starten bei dem Weltmeisterschaft Nationalteams und keine Profiradrennställe. Das Mannschaftszeitfahren bildet aber eine Ausnahme. Hier gehen nun Profi-Markenradrennställe und keine Nationalmannschaften an den Start.
Das Vierer-Mannschaftszeitfahren der Männer über 100 km (1962-1994) wurde aus dem WM-Programm gestrichen, da zu wenige Nationen daran teilnahmen.
Die Straßen-Weltmeisterschaften findet jährlich an wechselnden Orten statt und wird vom Radsportweltverband, der UCI gemeinsam mit einem örtlichen Veranstalter, organisiert. Die Rennen werden heute (seit 1994) Ende September, Anfang Oktober, also fast zum Abschluss der Radsportsaison durchgeführt.
Beim Strassenrennen, meist auf einem anspruchsvollen Kurs, dürfen 10 Nationen 9 Fahrer stellen, die anderen Nationen aber nur 6 und 3 Fahrer. Entscheidend für den Teilnehmerschlüssel ist dabei eine Qualifikation in der laufenden Saison.
Es werden dafür eine ganze Reihe von Rennergebnissen aus dem UCI Rennkalendern herangezogen. Da kontinentale Rennen (etwa die Africa Tour) in die Wertung mit eingehen, können auch einige Teams aus Afrika und Asien starten.
Aus den unterschiedlichen Teamgrössen und dem Auftreten als Nationalteam ergeben sich zahlreiche besondere taktische Konstellationen. Gerade bei den grossen Radsportnationen (etwa Italien, Spanien, Frankreich und Niederlande) ist die Teamaufstellung - auch mit Hinblick auf die Renntaktik - oft ein schwieriges, mit einigem Ärger verbundenes Unterfangen.
Beim Einzelzeitfahren sind maximal 2 Fahrer pro Nation am Start. Sie werden, genau wie die einzelnen Teilnehmer am Strassenrennen von ihren jeweiligen Teamchefs nominiert. Die ausgewählte Strecke ist zumeist relativ flach.
Der Weltmeister in den einzelnen Disziplinen trägt nach der WM
für ein Jahr das sogenannte Regenbogentrikot. Es ist weiss und hat
sowohl auf dem Oberkörper als auch auf den Ärmeln Ringe in den
Farben blau, rot, schwarz, gelb und grün. Diese sollen die fünf
Erdteile symbolisieren.
Das Tragen dieses Trikots ist bei den UCI
Wettbewerben sogar Pflicht, ausser der Fahrer ist Inhaber eines
Sondertrikot einer Rundfahrt (etwa des Gelben Trikots bei der Tour
de France).
Bei den Profis (Strasse) waren u.a. Fausto Coppi, Bernard
Hinault, Greg Lemond, Gianni Bugno, Lance Armstrong, Oscar Freire
und Paolo Bettini Weltmeister. Die einzigen deutsche Gewinner des
Regenbogentrikots waren Heinz Müller (1952) und Rudi Altig, der 1996 am Nürburgring gewann.
Im Einzelzeitfahren der Männer gewannen u.a. Michael Rogers und Fabian Cancellara. Auch drei Deutsche konnten schon siegen: Jan Ullrich, Tony Martin und Bert Grabsch (siehe Bild).
Strassenweltmeisterin waren u.a. Jeannie Longo-Ciprelli, Judith Arndt und Regina Schleicher. Im Zeitfahren konnten beispielsweise Jeannie Longo-Ciprelli sowie Hanka Kupfernagel und Judith Arndt gewinnen.
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