
Die letzten fünf Jahre (2005-2010) waren geprägt von einem Kampf des Internationalen Radsportverband (UCI) gegen die Veranstalter der grossen Radrennen (angeführt von der ASO) zur Etablierung der UCI ProTour. Diese Rennserie und Wertung, als Nachfolger von Radweltcup und Weltrangliste gedacht, wurde schon von vielen Beobachter für tot erklärt. Der rein sportliche Wert war sicher gering, doch das Ansehen der ProTeams (ProTourTeams) war recht hoch. Es gab einfach auch sehr viele Bewerber um diese Lizenz.
In langen Verhandlungen zwischen den Kontrahenten konnte nun ein Kompromiss erzielt werden, der für den neutralen Beobachter durchaus positiv erscheint:
Im Jahr 2011 umfasst der UCI WordTour Kalender 14 besonders wichtige Etappenrennen und 13 bedeutende Eintagesrennen. Dabei sind natürlich die drei grossen Landesrundfahren (Tour de France, Giro d’Italia, Vuelta a Espana) genauso vertreten wie die fünf Monumente des Radsports.
Im Jahr 2012 kommt noch ein Eintagesrennen (E3-Preis Flandern | E3 Prijs Vlaanderen-Harelbeke) neu hinzu.
Es wird sich - vielleicht im Laufe der Saison oder erst viel später - zeigen, welchen sportlichen Wert diese Rennserie hat. Konkret: welche Reputation hat ein Sieg oder eine gute Platzierung beim UCI WorldTour Ranking in den Augen von Radsportlern, Öffentlichkeit und Sponsoren. Dass die Strassen-WM nicht in die Bewertung einbezogen wird, dürfte sicher der erste Kritikpunkt sein.
Auf jeden Fall positiv ist die nun einheitliche Praxis der Vergabe von Startplätzen bei den weltweit grössten Radrennen.
Besonders auf Tony Martin - und seinen Zeitfahrerfähigkeiten - ruhen die deutschen Hoffnungen für die UCI World Tour Nationenwertung.
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